Förderung /
Therapie
Wichtige Aspekte

Die Förderung rechenschwacher Kinder wird oftmals vereinfachend als "Dyskalkulietherapie" bezeichnet. Im Gegensatz zur ärztlichen Therapie, der Psychotherapie oder der Physiotherapie darf die "Dyskalkulietherapie" von Personen ohne therapeutische Ausbildung durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass auch un- oder unterqualifizierte Personen Lernföderungen für betroffene Kinder anbieten dürfen. Daher ist "Dyskalkulietherapie" als nicht geschützter Begriff mit Werbefunktion zu sehen.
Da die Förderarbeit mit rechenschwachen Kindern aber eine mathematikdidaktische Aufgabe ist, die mit Mitteln der Mathematikdidaktik ausgeübt werden sollte, wären die umständlicheren Bezeichnungen "Förderung rechenschwacher Kinder" oder "Nachhilfeunterricht bei besonderen Problemen im Mathelernen" korrekter.


Bei der Auswahl einer Fördereinrichtung sollten Sie also nicht auf einen schlagworthaltigen Namen achten, sondern vielmehr auf folgende Punkte:

  1. Fragen Sie nach den Qualifikationen der Person, die mit Ihrem Kind arbeiten wird.
    Bei Instituten mit mehreren Mitarbeitern sollten Sie sich die Qualifikationen aller Lehrkräfte mitteilen lassen, die für die Arbeit mit Ihrem Kind in Frage kommen.
    Ideal wären hier studierte Pädagogen / Pädagoginnen der Primarstufe oder der Sonderpädagogik mit dem Schwerpunktfach Mathematik. Ferner ist wünschenswert, dass die entsprechende Person ausschließlich Kinder mit Rechenschwäche/Dyskalkulie fördert und nicht auch noch LRS-Förderung anbietet.

  2. Lassen Sie sich das Förderkonzept erläutern.
    Ideal sind Konzepte, die dem Kind eigenständig entdeckendes Lernen ermöglichen und individuell auf das Kind zugeschnitten sind. Dies ist nicht der Fall, wenn der Schwerpunkt auf dem kleinschrittigen Üben liegt oder feste Abfolgen von Arbeitsblättern bearbeitet werden. Positiv ist hingegen, wenn eine Vielzahl von mathematischen Arbeitsmitteln eingesetzt werden soll.

  3. Eins-zu-eins-Lehrsituationen sind zu bevorzugen.
    Die mathematischen Probleme rechenschwacher Kinder sind individuell sehr verschieden. Daher ist der Einzelunterricht die einzige seriöse Möglichkeit, mit dieser Individualität umzugehen.

  4. Verträge mit einer Laufzeit von mehr als zwei Monaten sind nicht vertretbar.
    Es ist nicht abzusehen, wie sich das Verhältnis zwischen der Förderlehrkraft und dem Kind entwickelt. Außerdem kann am Anfang einer Förderung nicht abgeschätzt werden, wie lange diese dauert. Wer das Gegenteil behauptet, liegt falsch. Eine lange vertragliche Laufzeit dient nur der finanziellen Absicherung der Einrichtung.

  5. Eine hohe Transparenz ist wünschenswert.
    Ideal ist, wenn Elternmitarbeit und auch Anwesenheit der Eltern während der Förderung erwünscht sind. Auch die Möglichkeit zur Hospitation durch Lehrkräfte oder Studierende sind ein Zeichen dafür, dass hier niemand sein Konzept verstecken möchte.